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> Rammstein, Bio- & Discografie
THC-Soundlord
Beitrag 08.09.2009, 22:17
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dem Board verfallen
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Rammstein
Rammstein ist eine deutsche Rockband, die 1994 in Berlin gegründet wurde und oft zur „Neuen Deutschen Härte“ gezählt wird. Sie ist durch ihre oft unmoralisch geprägten Texte zu kontroversen Themen sowie ihren brachialen Musikstil gekennzeichnet, der von den Bandmitgliedern selbst „Tanzmetall“ genannt wird.
Laut Billboard Charts ist Rammstein bis heute die international erfolgreichste Musikgruppe mit deutschen Texten. Insgesamt verkauften sie bereits über zwölf Millionen Platten, davon mehr als die Hälfte im Ausland.

Gründung: Januar 1994
Genre: Neue Deutsche Härte

Aktuelle Besetzung
Lead-Gesang: Till Lindemann
Lead-Gitarre, Hintergrundgesang: Richard Zven Kruspe
Rhythmus-Gitarre, Hintergrundgesang: Paul H. Landers
E-Bass: Oliver Riedel
Schlagzeug, Perkussion: Christoph „Doom“ Schneider
Keyboard: Christian „Flake“ Lorenz

Bandgeschichte
Die Vorgeschichte Rammsteins reicht bis in die Zeit vor der Deutschen Einheit. Richard Kruspe floh aus seiner Heimatstadt Schwerin über Ungarn und Österreich in den Westen und gründete als Gitarrist seine erste Band Orgasm Death Gimmick. Nach dem Mauerfall 1989 zog er zurück nach Schwerin und spielte für kurze Zeit bei Das Auge Gottes. In dieser Zeit lernte er Till Lindemann kennen, der in der Punkband First ***** Schlagzeug spielte. Zusammen mit Richard Kruspes Mitbewohnern Oliver Riedel, Bassist der Band The Inchtabokatables, und Christoph Schneider, Schlagzeuger bei Die Firma, starteten sie das Projekt Rammstein. Mit Till Lindemann als Sänger und Textschreiber begannen sie, gemeinsam zu musizieren. Um besser proben zu können, zog Lindemann von Chemnitz nach Berlin. Als Kern der Band widmeten sie sich der Rockmusik mit amerikanischem Einfluss. Eine erste Demoaufnahme mit vier Liedern (Das alte Leid, Seemann, Weißes Fleisch und Rammstein) nahmen sie am 19. Februar 1994 für den Berliner Senatswettbewerb für junge Bands auf. Diese Lieder unterschieden sich aber von denen, die auf Herzeleid zu hören sind. Bei diesem Wettbewerb gewannen sie eine einwöchige Aufnahmesitzung in einem Tonstudio.
Aufmerksam gemacht von diesem ersten Erfolg kam als zweiter Gitarrist Paul Landers von der Band Feeling B hinzu. Bei den einwöchigen Aufnahmen war er bereits dabei. Wunschkandidat als Keyboarder war Flake Lorenz, der in derselben Gruppe wie Paul Landers spielte. Dieser zeigte zuerst Abneigung gegen die neue Band, weil er die Musik fad und stumpf fand, erklärte sich dann aber doch unter der Bedingung, dass sie deutsche Texte sängen, zur Mitarbeit bereit.
1994 begann auch die Zusammenarbeit mit Manager Emanuel Fialik und dessen Firma Pilgrim Management, welcher die Band Ende des Jahres der Firma Motor Music vorstellte und dort Anfang 1995 erfolgreich einen Vertrag für sie abschloss.
1995 debütierten sie mit dem Album Herzeleid, doch erst mit dem zweiten Album Sehnsucht schafften sie 1997 den kommerziellen Durchbruch im In- und Ausland. Im Jahre 1999 erschien dann das am 22. und 23. August 1998 auf der Parkbühne der Berliner Wuhlheide aufgenommene Album Live aus Berlin. Im Jahre 2001 – vier Jahre nach ihrem letzten Studioalbum – wurde Mutter veröffentlicht. Vergleichsweise kurz hintereinander folgten 2004 und 2005 Reise, Reise und Rosenrot. 2006 veröffentlichten sie ihr zweites Livealbum unter dem Namen Völkerball.
Für das Jahr 2006 haben Rammstein eine Schaffens- und Live-Auftrittspause eingelegt. Seit Mai 2007 arbeiten sie an einem neuen Studioalbum.
Am 3. November 2008 wurde bekannt gegeben, dass die Band die Vorproduktion zum 6. Album in Berlin fertiggestellt hat. Die Schlagzeugtracks wurden von Christoph Schneider gemeinsam mit dem Produzententeam um Jacob Hellner im Henson Studio in Los Angeles Anfang November aufgenommen. Am 9. November begann dann die gesamte Band gemeinsam in einem angemieteten Studio in der Nähe von San Francisco, das neue Album aufzunehmen.
Am 15. Juli 2009 ist im Internet ein bislang unbekanntes Lied mit dem Titel „Liebe ist für alle da“ aufgetaucht. Daraufhin wurden zwei große Fanseiten teilweise vom Netz genommen.

Bandname
Der Name „Rammstein“ stammt von Paul Landers, Christoph Schneider und Flake Lorenz. Am 28. August 1988 fand auf der westpfälzischen Ramstein Air Base eine Flugschau statt, auf welcher auch die italienische Kunstflugstaffel Frecce Tricolori teilnahm. Dabei kam es zu einem Flugzeugzusammenstoß, welcher 70 Menschen das Leben kostete. Rammstein selbst haben sich lange von einem direkten Bezug zwischen ihrem Bandnamen und dem Unglück distanziert. Das zusätzlich eingefügte „m“ erlaubte die Erklärung, dass ein so genannter „Rammstein“, ein Steinpoller an Ein- und Zufahrten, gemeint sei. Die damit verbundene Kontroverse polarisiert nach wie vor und ist für den hohen Bekanntheitsgrad der Band ebenfalls verantwortlich. Tatsächlich entstanden die genannten Erklärungsversuche erst nachträglich. Kurz nach der Gründung trat die zu dieser Zeit unbekannte Band unter dem eindeutigen Namen „Rammstein-Flugschau“ auf.

Paul Landers selbst schildert die Namensfindung so:
„Bei einer unserer Fahrten mit Feeling B hatten Schneider, Flake und ich schon den neuen Bandnamen. Wir hatten den an die Wand von unserem LO geschrieben: Rammstein Flugschau. Doof, wie wir waren, schrieben wir Rammstein gleich mit zwei M, weil wir nicht wussten, dass der Ort Ramstein nur ein M hat. Wir haben uns erstmal aus Quatsch so genannt, aber der Name blieb kleben wie ein Spitzname, den man nicht gut findet. Wir schafften es nicht mehr, den loszuwerden. Rammstein wollten wir eigentlich nicht heißen, das war uns zu festgelegt. Wir haben noch gesucht: Milch oder Erde oder Mutter, aber der Name war schon durch.“

Stil
Rammsteins Musikstil wird häufig als „Neue Deutsche Härte“ bezeichnet. Dabei spannt ihre Musik jedoch einen Bogen über verwandte Stilrichtungen wie Hard Rock und Metal bis hin zu Industrial Rock. Eine genaue Klassifizierung ist daher aufgrund der großen Unterschiede zwischen einzelnen Titeln – beispielsweise zwischen der Ballade Ohne dich, dem brachialen Zerstören und dem Elemente der lateinamerikanischen Musik aufgreifenden Te Quiero Puta! mit spanischem Text – nahezu unmöglich. Andere Bands wie die slowenische Gruppe Laibach, deren Musikstil ebenfalls verschiedene Genres vereint, oder die Rockband Oomph! hatten wichtigen Einfluss auf Rammstein.
Anders als viele Gruppen aus dem wiedervereinten Berlin wollten Rammstein nach eigener Aussage keine amerikanischen und englischen Bands imitieren. Flake Lorenz sagte dazu in einem Interview: „Den Stil haben wir gefunden, indem wir alle genau wussten, was wir nicht wollen. Und wir wollten genau nicht amerikanische Funkymusik machen oder Punk eben oder irgend so was, was wir gar nicht können. Wir haben gemerkt, dass wir nur diese Musik können, die wir auch spielen. Und die ist halt mal sehr einfach, stumpf, monoton.“

Texte
Die Texte von Rammstein und vor allen Dingen deren Vortrag durch Sänger Till Lindemann sind ein essenzielles Element der Musik und prägen die Wahrnehmung durch Fans und eine breitere Öffentlichkeit deutlich. Dies liegt unter anderem daran, dass häufig sehr kontroverse, tabuisierte und schambesetzte Themen wie Sadomasochismus (Bück dich, Bestrafe mich und Rein Raus), Homosexualität (Mann gegen Mann), Inzest (Spiel mit mir und Tier), Missbrauch (Tier und Halleluja), Nekrophilie (Heirate mich), Pyromanie (Benzin und Hilf mir), Kannibalismus (Mein Teil und Eifersucht), das Spiel mit religiösen Bildern (Asche zu Asche) und Gewalteinwirkung während des Sexualaktes (Wollt ihr das Bett in Flammen sehen) bzw. eine außergewöhnliche Sichtweise auf diese gewählt werden. Insbesondere die Lieder auf den frühen Alben Herzeleid und Sehnsucht thematisieren Sex und Gewalt. Auf dem Album Mutter blieb dies zwar ähnlich, jedoch sind dessen Texte poetischer und tiefgründiger. Weniger gewalttätig, aber dennoch kraftvoll, werden auf Reise, Reise und Rosenrot schließlich verstärkt zwischenmenschliche Beziehungen behandelt. Rammstein singen dort über Freundschaft, Einsamkeit, Hass, Besessenheit, unglückliche Liebe und Oberflächlichkeit in Beziehungen.
Die Texte lehnen sich zum Teil an bekannte Werke der deutschen Literatur an. So ist das Lied Dalai Lama eine Adaption von Goethes Ballade vom Erlkönig:
„Wer reitet so spät durch Nacht und Wind? Es ist der Vater mit seinem Kind; Er hat den Knaben wohl in dem Arm, Er faßt ihn sicher, er hält ihn warm. “
– Goethes „Erlkönig“
„Ein Flugzeug liegt im Abendwind – An Bord ist auch ein Mann mit Kind – Sie sitzen sicher[,] sitzen warm – Und gehen so dem Schlaf ins Garn. “
– Rammsteins „Dalai Lama“
Hilf mir scheint von Der gar traurigen Geschichte mit dem Feuerzeug aus dem Kinderbuch Struwwelpeter von Heinrich Hoffmann inspiriert, und Rosenrot basiert auf Goethes Gedicht Heideröslein.
Da Songschreiber Till Lindemann sich der Chiffrenlyrik bedient, ist häufig eine bewusste Mehrdeutigkeit der Texte festzustellen, bei denen viele Passagen gleichermaßen anzüglich als auch harmlos gedeutet werden können. Außerdem lassen einige Texte zu umstrittenen Themen bewusst offen, ob sie die geschilderten Ansichten propagieren, ironisieren oder neutral schildern wollen. So lässt Lindemann im Text von Bestrafe mich offen, ob er sich auf masochistische Unterwerfung und Impotenz im sexuellen Umfeld oder auf die Unterwerfung und Machtlosigkeit des Menschen im Verhältnis zu Gott bezieht.
„Deine Größe macht mich klein – du darfst mein Bestrafer sein. Deine Größe macht ihn klein – du wirst meine Strafe sein. Der Herrgott nimmt – der Herrgott gibt. Doch gibt er nur dem[,] den er auch liebt.“
Stilistisch sind die Texte von der meist bewusst einfach und plakativen, gelegentlich aber auch mehrdeutig angelegten, zwanglosen Verwendung von Wortspielen und Allegorien geprägt. So wird im Titel Du hast mit der Homophonie der Worte „haben“ und „hassen“ in der 2. Person Singular ([ˈhast]) gespielt.
„Du – Du hast – Du hast mich. Du hast mich gefragt – Du hast mich gefragt, und ich hab nichts gesagt.“
Dass bei „Rammstein" immer Raum für Interpretationen frei[-bleibt]“, ist laut Schlagzeuger Christoph Schneider ein Markenzeichen der Band. Eine solche, auch oft für Missverständnisse sorgende Konzeption hänge eng mit dem Aufwachsen in der DDR zusammen: „Wenn man sich Texte von DDR-Bands ansieht, sieht man, wie gut die teilweise sind, wenn sie ein Thema mit lyrischen Mitteln umschreiben. Diese Vergangenheit ist mit uns eng verbunden.“ Der Text wird meistens in Form der ersten Person wiedergegeben, was Sänger Till Lindemann mit einer größeren zusätzlich polarisierenden „Unmittelbarkeit“ begründet.

Musik
Die Fachpresse sah die Musik der Band anfänglich eher kritisch. So bewertet das Rock-Lexikon von Barry Graves und Siegfried Schmidt-Joos das zweite Album der Band folgendermaßen:
„Das zweite Album enthielt wieder Songs voll platter Parolen (Bück dich, Tier, Bestrafe mich), untermauert vom rauhen Sound der Band. Rammstein lebte von einer perfekt aufeinander abgestimmten Rhythmusgruppe und krankte an der Unsicherheit, Keyboardklänge adäquat einzubinden.“
Charakteristisch für Rammstein sind harte Gitarrenriffs und ein einfacher, treibender Rhythmus. Dies ist in den beiden Schlagzeugausschnitten aus Engel und Du hast zu sehen.
In Engel wechselt die Bassdrum auf dem ersten und dritten mit der Snaredrum auf dem zweiten und vierten Viertel zu durchgehenden Achteln auf dem Hi-Hat. Eine Variation auf dem dritten Viertel des zweiten Taktes erzeugt zusätzlichen „Drive“. Bei Du hast erklingt ein „monotoner“, wuchtiger Beat in Vierteln, der dann von einem durch Hi-Hat-Achtel geprägten „lockerer wirkenden“ Teil abgelöst wird.
Häufig sind die Stücke auf einfachen, durchgehenden Mustern aufgebaut. Im Titel Engel erklingt eine treibende 16tel-Figur des Basses, welche dann von der Gitarre aufgegriffen und im Unisono der beiden Instrumente vorgetragen wird. Von reinen Heavy-Metal-Bands unterscheidet sich Rammstein durch den massiven Einsatz von elektronischen Klängen – wie elektronisch simulierten Klavier- oder Geigenstimmen bei ruhigen Balladen –, sowie den Verzicht auf virtuose Gitarrensoli und Schlagzeugbreaks.
Vergleichbar ist ihre Musik zum Teil mit Marilyn Manson, Dope oder Static-X, bei denen Heavy Metal mit elektronischer Musik und Soundeffekten gemischt wird. Beispiele hierfür sind die den Titeln Engel oder Asche zu Asche unterlegten Klangeffekte, bei denen harte Gitarrenriffs mit einem durch lang ausgehaltene Grundtöne (H – A – G) unterlegten Synthesizer-Pattern wechseln.
Ein besonderes Charakteristikum ihrer Musik ist Till Lindemanns tiefer, „teutonenhafter“ Gesang mit rollendem „R“, welches durch dessen tiefe Gesangslage begründet ist. So deckt er mit seiner Stimme meist einen sehr kräftigen Bariton oder Bass ab, erreicht aber bei einigen Stücken auch die Altlage (wie in Seemann, Klavier oder Stirb nicht vor mir). Interessant ist hier ein Vergleich mit der ebenso für ihre charakteristische Stimme bekannten Nina Hagen, welche mit Apocalyptica auch eine Fassung des Liedes Seemann aufnahm. Im Verlauf der einzelnen Alben ist jedoch, analog zu der Entwicklung bei den Textinhalten, ein deutlicher Wandel in der musikalischen Gestaltung erkennbar.
Dominierten auf den ersten beiden Alben vor allem harte Riffs, wodurch ein stumpfer Höreindruck von unnachgiebigen „Gitarrenwänden“ entstand, machen die späteren Werke einen differenzierteren Eindruck. Der Anteil ruhigerer Lieder wie Nebel und Ohne dich erhöhte sich, und auch die nicht zu den Balladen zählenden Titel wirken weniger monoton. Dies ist auf neue Spielweisen, einen kraftvolleren und weniger kreischenden Gesang von Sänger Lindemann und die Einbeziehung anderer Instrumente – wie Akkordeoneinsätze bei Reise, Reise, Panflöten in Wo bist du oder Trompetenklänge im Stil mexikanischer Mariachimusik bei Te Quiero Puta! zurückzuführen. So wechseln sich auf der Ballade Ohne dich Powerchords der E-Gitarre – die allerdings weniger hektisch, als auf älteren Titeln wirken – mit einer durch „Streicherflächen“ unterlegten gezupften akustischen Gitarre ab. Im bezüglich der Rhythmusgitarre an Led Zeppelin erinnernden Titel Spiel mit mir
erklingen orientalisch anmutende Streicherklänge. Auf Reise, Reise kommen auch erstmals von Sven Helbig arrangierte Chöre (Mein Teil, Morgenstern, Amerika, Reise, Reise) zum Einsatz.
Für die Musikproduktion setzt Rammstein mindestens seit Rosenrot ein System der Firma Digidesign ein.

Bühnenshows
Rammstein setzen bei ihren Konzerten in erheblichem Maße Pyrotechnik ein. So tragen einzelne Bandmitglieder Flammenwerfer (Lycopodiummasken) auf dem Kopf, verwenden während des Spielens Rauch- und Funkenwerfer oder zünden ihre Mikrofonstative an. Beim Stück Rammstein zündete sich Sänger Lindemann – geschützt durch einen Asbestmantel – selbst an. Auch ausgefallene Requisiten wie Mikrofone in Messerform (zu Mein Teil), explodierende Schlagzeuge und Sticks oder an Verstümmelungen erinnernde Gesichtsmasken finden bei einzelnen Stücken Verwendung. Die pyrotechnischen Einlagen, vor allem vom ausgebildeten Feuerwerkstechniker Lindemann, sind dabei in nicht unerheblichem Maße für den hohen Bekanntheitsgrad der Band mitverantwortlich, was Lindemann sich dadurch erklärt, dass Rammstein „einfach die härtere David-Copperfield-Show sei.“ Das Rock-Lexikon schreibt dazu:
„Rammstein spielten seit ihrer Gründung 1994 mit dem Feuer: auf der Bühne, wo sie mit deutscher Perfektion die feurigen Gags von Arthur Brown bis Red Hot Chili Peppers nachahmten, und mit ihren Texten und ihrem Gebaren, die den Musikern den Ruf rechter Gesinnung einbrachte.“
Für die Shows der Band ist ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur und Lichtarchitekten Gert Hof, der oftmals die Bühnen- und Lichtkonzepte ausarbeitet, wichtig. Richard Kruspe sagte in einem Interview zur Bühnenshow, dass er Spaß daran habe, sich auf der Bühne zu verstellen und zu verkleiden, und die anderen Bandmitglieder schließe er da mit ein. Als Rammstein noch relativ unbekannt waren, haben sie nach eigenen Aussagen Flammen durch ein verpuffendes Gasgemisch im Saal erzeugt. Ein weiteres Showelement ist ein Gummiboot, in dem sich zu früheren Zeiten Keyboarder „Flake“ von den Menschenmassen zum Lied „Seemann“ tragen ließ, nach einigen schmerzhaften Stürzen diese Aufgabe jedoch an den Bassisten Oliver Riedel abtrat.

Öffentliche Wahrnehmung
Aufgrund der mehrdeutigen Texte und des harten Stils wurde der Band in der Anfangszeit seitens der Medien häufig vorgeworfen, „rechten Tendenzen“ zu folgen. Die Kritik verstärkte sich, nachdem 1998 das Video zum Coversong Stripped – das Original ist von Depeche Mode – erschien, welches Filmmaterial der Olympischen Sommerspiele 1936 von Leni Riefenstahl enthielt. So kritisierte der Chefredakteur des Magazins der Süddeutschen Zeitung Ulf Poschardt auf einem Vortrag im Rahmen der Leni-Riefenstahl-Ausstellung in Potsdam 1999:
„Solche Plattheiten müssen jedoch angesichts der Identitäts- und Nationalitätsdebatten in Deutschland, nach dem rechtsradikalen Terrorismus der letzten Jahre, ziemlich fragwürdig erscheinen. Der politische Kontext, in dem sich Rammstein auf Deutschland beziehen, ist nicht mehr der des Kniefalls Brandts in Warschau, sondern der von brennenden Häusern von Flüchtlingen und Migranten. […] Rammsteins Feedbackschleifen zum völkischen Sumpf der Neuen Rechten berauben ihre Musik jeglichen ‚hedonistischen Potentials‘.“
Trotz der Entfernung verfassungsfeindlicher Symbole aus dem Videomaterial wurde der Band die Verbreitung faschistoiden Gedankenguts und die gedankenlose Idealisierung nationalsozialistischer Ästhetik vorgeworfen. Ein Verbot der Ausstrahlung des Musikvideos für Sendezeiten vor 22 Uhr war die Folge. Sänger Till Lindemann erklärte später, man habe mit dieser Provokation eine Grenze überschritten, was er nicht noch einmal tun würde.
Im Jahr 2001 veröffentlichte die Band das Lied Links 2 3 4 als Ausdruck einer linksgerichteten Einstellung gegen die nicht nachlassenden Vorwürfe. Laut Keyboarder Flake Lorenz habe Rammstein diesen Titel geschrieben, um ein klares politisches Statement abzugeben und „mit den Vorurteilen aufzuräumen.“
„Wir marschieren, aber wir sind links, absolut klar bekennend links.“
Auch Gitarrist Paul Landers äußerte sich dazu:
„Wir sehen die Welt anders als in links und rechts aufgeteilt. Aber für diesen Song bedienen wir uns der schlichten Schwarzweißmetaphern, die Journalisten scheinbar wichtig finden, um uns zu erklären.“
In anderen Interviews verurteilten sie rassistisch motivierte Gewalt. Sänger Till Lindemann beklagte im Stern, man ignoriere das Problem und würde nicht genug tun:
„Warum greift man heute nicht härter durch?“
Schlagzeuger Christoph Schneider legte dar, warum sie dennoch nicht an Aktionen wie „Rock gegen Rechts“ teilnehmen:
„Was bringt das? Die Rechten sind da. […] Wir müssen dieses Problem annehmen und endlich akzeptieren, dass es diese Tendenzen in Deutschland gibt. […] Wir müssen mit denen reden, deren Probleme lösen.“
Gitarrist Paul Landers beschrieb Rammstein in einem weiteren Interview als „linke Patrioten“. Bezüglich dieser Diskussion um eine politische Ausrichtung wurde die Band Laibach, welche Rammstein in einigen Aspekten Pate stand, ähnlich kontrovers diskutiert.
Trotz der spärlich vorhandenen Aussagen gegen eine rassistische Gesinnung wird seitens antifaschistischer Organisationen kritisiert, dass Gruppen der „Neuen Deutschen Härte“ mit Bildern nationalsozialistischer Ästhetik operierten, ohne sich der historischen Zusammenhänge bewusst zu sein. Dies treffe angesichts der Darstellung heroisierter athletischer Körper, von Feuer, Muskeln und Trommelwirbeln insbesondere auf Rammstein zu. Deren Herauslösen solcher Bilder aus dem Zusammenhang der NS-Ästhetik spreche jedoch einen zeitunabhängigen Reiz an und enthebe sie jeglicher politischen Dimension. Dabei unterscheide die „Neue Deutsche Härte“ vom Rechtsrock, „dass sie nicht rechte Ideologie, sondern „nur“ rechte Bilder im naiven Glauben, dass deren Faszination ohne ideologischen Überbau ungefährlich, am Ende gar unpolitisch sei[,] benutze.“
Das in diesem Zusammenhang kritisierte expressiv gerollte „R“ hat die Band nach eigener Aussage nicht beabsichtigt. So sagte Till Lindemann diesbezüglich:
„Dabei ist das rollende ‚R‘ noch nicht einmal aus Absicht entstanden. Es kam von selbst, weil du in dieser tiefen Tonlage automatisch so singst. Wir wollten damit um Gottes Willen keine faschistische Attitüde erschaffen. […] Erst später, als wir in Interviews dazu befragt wurden, haben wir uns damit auseinandersetzen müssen.“
Vereinzelt kam es zu ungewollten Vereinnahmungen der Band von rechtsextremistischer Seite. So meinte das NPD-Parteiorgan Deutsche Stimme im Jahr 2004:
„Nach den Erfolgen von Rammstein und den Aussagen des Liedermachers Heinz Rudolf Kunze scheint sich hier also eine weitere prominente Stimme der deutschen Popkultur für ein entspannteres Verhältnis zur eigenen Nation starkzumachen.“
Der Verfassungsschutz des Landes Nordrhein-Westfalen stuft die Band in einer 2005 erschienenen Publikation allerdings nicht als rechtsextremistisch ein:
„Kritiker werfen der Band vor, auf diese Weise NS-Anleihen gesellschaftsfähig zu machen; als rechtsextremistisch ist die Band allerdings nicht einzustufen.“
Die FAZ konstatierte 2004 nur eine eher provokative Verwendung nationalsozialistischer Ästhetik:
„Ihre Posen waren immer martialisch, für manche proto-faschistisch, auf jeden Fall provokant. Mittlerweile ist klar, daß Sänger Lindemann und die anderen zwar mit dieser Ästhetik hantieren, die als rechts kodiert ist, daß sie aber eher ein Provokationsmagnet sind und ein Lifestylephänomen.“
In die Schlagzeilen geriet Rammstein auch nach dem Schulmassaker von Littleton. Die Attentäter Eric Harris und Dylan Klebold waren erklärte Fans der Band gewesen, was insbesondere in den USA für ein „Kreuzfeuer der Kritik“ und Vorwürfe in Richtung einer angeblichen Solidarität mit dem Nationalsozialismus sorgte. Doch auch deutsche Schul- und Jugendbehörden erwogen, einige der Songs auf den Prüfungsindex zu setzen. Daraufhin brachten die Bandmitglieder ihr Mitgefühl mit den Angehörigen der tragischen Ereignisse zum Ausdruck und bekräftigten ihre Abneigung gegen jegliche Form von Gewalt, wiesen aber jegliche Verbindung der schrecklichen Tat mit ihrer Musik scharf zurück.
Weiteres Aufsehen erregte Rammstein mit der Verarbeitung tabuisierter Themen. Die intensive Auseinandersetzung mit Gewalt – sowohl aus der Sicht des Täters als auch des Opfers – führt oft zu heftiger Kritik in den Medien. Mit der Veröffentlichung der Single Mein Teil, welche den Fall des als „Kannibale von Rotenburg“ bekannt gewordenen Armin Meiwes aufgriff, erregte die Band im Oktober 2004 großes Aufsehen. Das zugehörige Musikvideo wurde von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien für Zeiten vor 22 Uhr gesperrt. Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) schrieb dazu im Jugendschutzbericht 2/2004, dass das Musikvideo zu Mein Teil geeignet sei, „die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen unter 16 Jahren zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen.“ Der Auftritt zu „Mein Teil“ in Nimes hingegen wurde von MTV auch schon vor 22 Uhr gespielt.

Verhältnis zu anderen Bands
Rammstein werden oft mit anderen musikalisch ähnlichen, allerdings schon länger bestehenden deutschen Bands verglichen.
Das Verhältnis zu Oomph!, die von Rammstein als wichtiger Einfluss angeführt werden, ist, wie Gitarrist Flux von Oomph! in einem Interview angab, grundsätzlich gut:
„Wir haben natürlich früher angefangen, Rammstein waren vorher Fans von uns und haben uns ihre Demos gegeben. Das ist ja allseits bekannt. Und sie gehen damit auch ganz offen mit um und sagen auch in Interviews wenn sie direkt drauf angesprochen werden, dass wir eine der Bands sind, die sie beeinflusst haben und es stört uns auch nicht weiter. Man muss es schon sehen, dass wir Rammstein beeinflusst haben, aber anderseits haben sie uns im Mainstream auch Wege geebnet.“
Allerdings werden auch Differenzen betont:
„Das ist für mich das Verwerflichste, was Rammstein je gemacht haben. Das Image der deutschen Jugend im Ausland so zu zeigen, wie es zum Glück nicht mehr ist. Wenn man die Möglichkeit hat, weltweit ein Bild der deutschen Jugend bzw. des deutschen Volkes zu zeigen, dann darf man einfach nicht ein Riefenstahl-Video zeigen oder mit Schönheitsidealen der 30er Jahre spielen. Denn glücklicherweise sind weder die Deutschen im Allgemeinen noch die Jugend im Besonderen so, aber im Ausland fühlt man sich nur wieder bestätigt. Genau dieses Bild haben sie von dem Deutschen nun mal vor Augen und dann kommt da eine Band, die denen zeigt „Jawohl, die Deutschen sind alle so“. Ich denke, wir könnten morgens nicht mehr in den Spiegel schauen, wenn wir durch ein solches, verwerfliches Image unseren Erfolg begründen würden.“
Paul Landers, Gitarrist von Rammstein, äußerte sich, als die Band gerade mit Sehnsucht den internationalen Durchbruch schaffte, über das Verhältnis zueinander wie folgt:
„Die gab es schon zwei Jahre früher, und vielleicht sind die etwas angefressen, dass wir soviel Erfolg haben und die immer noch keiner kennt. Ich hoffe mal, dass sich das ändert, da sie musikalisch stellenweise noch besser [sind] als wir. Wir mögen Oomph! eigentlich sehr. Als wir die Herzeleid fertig hatten, da habe ich mal eine Oomph!-CD gehört und habe gedacht: Mann, die machen ja das, was wir wollen, damit sind die ja schon fertig!“

Tourneen, Festivals und Liveauftritte
Kurz nach der Gründung im Jahre 1994 spielte die zu dieser Zeit relativ unbekannte Band auf kleineren Konzerten und in Clubs. Der erste Auftritt fand am 14. April 1994 in der für ihr alternatives Kulturprogramm bekannten Leipziger „naTo“ vor 15 Besuchern statt. Das zweite Konzert fand am 23. April 1994 in Bad Lobenstein statt; am 28. Mai 1994 traten sie bei einem Open Air der Studentenclubs bc und BD in Ilmenau auf; Silvester 1994 gaben sie ein Konzert im „Klubhaus der Jugend“ im thüringischen Saalfeld.
1995 tourten sie als Vorgruppe der Cottbuser Band Sandow und später mit Project Pitchfork durch Deutschland und traten als Vorgruppe der schwedischen Crossoverband Clawfinger in Warschau und Prag auf. Danach folgte die erste, 17 Konzerte umfassende Deutschlandtour als Headliner.
Bei der 1996 fortgesetzten Tour zu ihrem Debütalbum Herzeleid spielte Rammstein als Unterstützung der Ramones sowie von Clawfinger. Neben dem Konzert „100 Jahre Rammstein“, welches ihr 100. Auftritt war, kamen weitere Auftritte in Deutschland, Österreich und der Schweiz hinzu. Weiterhin spielten sie auf einigen Festivals (u. a. dem Bizarre-Festival) und traten live in der MTV-Sendung Hanging Out mit den Stücken Wollt ihr das Bett in Flammen sehen? und Du riechst so gut auf.
Die Tour zu ihrem zweiten Album Sehnsucht im Jahr 1997 führte durch den deutschsprachigen Raum und ganz Europa. Des Weiteren traten sie zum ersten Mal in den USA auf, wo sie zwei Klubkonzerte im Rahmen des „CMJ-Festivals“ in New York City gaben und als Support der Band KMFDM auftraten.
Die erste Headlinertour durch die USA fand im folgenden Jahr statt. Auftritte hatten sie auch bei bekannten Festivals wie „Rock am Ring“. Konzerte mit Korn und Limp Bizkit führten sie im Rahmen der „Family Values Tour“ abermals in die Vereinigten Staaten. Beim Konzert in der Berliner Kindl-Bühne Wuhlheide wird Live aus Berlin aufgenommen. Außerdem präsentierten sie Du hast bei den „MTV Europe Music Awards“ in Mailand.

1999 tourten sie als Support von KISS durch Süd- und Mittelamerika. Eine Tour durch Nordamerika mit Soulfly als Vorgruppe folgte.
Ihre einzigen Konzerte im Jahre 2000 gaben sie bei einem Fanfest in Berlin und beim Fuji-Rock-Festival in Japan. Im folgenden Jahr traten sie beim „Big Day Out Festival“ in Australien und Neuseeland unter anderem mit der damals noch relativ unbekannten Band Coldplay auf. Sie gaben in kleineren Klubs in den japanischen Städten Osaka und Tokio zwei Konzerte. Eine erneute Tour durch Europa folgte. Bei der „Pledge of Allegiance tour“ spielten Rammstein unter anderem mit Slipknot und System of a Down auf.

Rammstein traten im Jahre 2003 weder bei Festivals oder sonstigen Veranstaltungen auf, gingen aber 2004 und 2005 mit dem neuen Album Reise, Reise auf Welttournee. Diese Konzerte in 21 Ländern besuchten insgesamt mehr als eine Million Fans. Bei diesen Konzerten wurde die DVD Völkerball aufgenommen, die aber erst Ende 2006 erschien. Erstmals besuchten sie dabei Slowenien und die Slowakei. Zwischenzeitlich führten sie Keine Lust bei den Echo-Verleihungen auf.
Insgesamt traten Rammstein bei über 450 Konzerten in mehr als 35 Ländern auf.

Diskografie
Rammstein haben bislang sieben Alben, fünf Studio- und zwei Livealben, sowie 21 Singles veröffentlicht. Sie sind in der Regel in verschiedenen Ausgaben erhältlich, meist gibt es eine Limited Edition in einer Digipak-Hülle. Die außerhalb Deutschlands erhältlichen Ausgaben wie Singles im Cardsleeve-Format oder als DVD-Audio unterscheiden sich oft von den inländischen. Allein vom Album Sehnsucht sind mehr als zehn verschiedene Versionen bekannt. Die ersten sechs Singles (Du riechst so gut, Seemann, Engel, Engel (Fan Edition), Du hast, Das Modell) sind auf der Original Single Kollektion erhältlich.
Generell enthalten Studioalben von Rammstein genau elf Tracks, eventuelle Bonus-CDs bei Sondereditionen ausgenommen. Das erklärt auch das schnell auf Reise, Reise folgende Erscheinen von Rosenrot: Nur ein Teil der Lieder auf Rosenrot wurde neu aufgenommen, der andere Teil stammt von Aufnahmen zu Reise, Reise.

„Man muss sich die beiden Platten im Prinzip als Doppelalbum denken. Zuerst wollten wir die Scheibe sogar Reise, Reise 2 nennen. Das haben wir aber nun verworfen, da Rosenrot als eigenständiges Rammstein-Album zu sehen ist. Trotzdem gehören beide Platten zusammen, sie erscheinen eben nur zeitversetzt.“

Ähnlich war das bei den Alben Herzeleid und Sehnsucht, wobei hier Stücke von Sehnsucht lange vor der Veröffentlichung live auf Konzerten gespielt wurden, um den Besuchern mehr Material zu bieten.

Einige andere Gruppen und Künstler haben sich der Musik des Sextetts mit Coverversionen angenommen. Die Pet Shop Boys kreierten einen Remix zur Single Mein Teil. Auch von anderen bekannten Künstlern aus den unterschiedlichsten Genres wie z. B. Faith No More, WestBam, Alec Empire oder den Beastie Boys wurden Remixe angefertigt. Sven Helbig nahm „Ohne dich“ an der Silbermanorgel im Freiberger Dom auf (Sacred Mix) und schrieb „Mann gegen Mann“ zu einer Klavierfassung im Stil Schuberts um (Musensohn-Remix). Von der Band Gregorian, die moderne Pop- und Rocksongs im Choralstil mittelalterlicher Mönche singt, stammt eine Fassung von Engel für ihr 2004 erschienenes Album The Dark Side. Das gleiche Stück wurde auch vom belgischen Mädchenchor Scala & Kolacny Brothers in einer vom Original völlig abweichenden, ruhigen Fassung interpretiert. Der Chor nahm sich in ähnlicher Weise auch des Titels Mutter an. Beeindruckt von der Coverversion des Titels Seemann, die Nina Hagen mit Apocalyptica produzierte, gingen Rammstein 2005 mit Apocalyptica auf Tournee. Zusammen spielten sie bei Konzerten Mein Herz brennt und Ohne dich.
Trotz der Erfolge in den Charts bleiben sie im Airplay namhafter Radiosender eher die Ausnahme, was angesichts der großen Bekanntheit Rammsteins ungewöhnlich ist. In den USA ist das anders; dort wurden sie dank des Radiosenders Radio Goethe bekannt, der ausschließlich deutsche Musik spielt.
Auf einschlägigen Verkaufsplattformen sowie Internettauschbörsen kursieren vermeintliche Alben bzw. Titel von Rammstein. Bei all diesen Werken, die sowohl hier als auch bei offiziellen Quellen nicht aufgeführt sind, handelt es sich um Bootlegs oder Fälschungen.

Alben
1995 Herzeleid
1997 Sehnsucht
1999 Live aus Berlin (auch auf DVD erhältlich)
2001 Mutter
2004 Reise, Reise
2005 Rosenrot
2006 Völkerball (Live) (auch auf DVD erhältlich)

Singles
1995 Du riechst so gut
1996 Seemann
1997 Engel
1997 Du hast
1997 Das Modell (Coversong von Depeche Mode bzw. Kraftwerk)
1998 Du riechst so gut '98
1998 Stripped (Coversong von Depeche Mode)
2001 Asche zu Asche
2001 Sonne
2001 Links 2 3 4
2001 Ich will
2002 Mutter
2002 Feuer frei!
2004 Mein Teil
2004 Amerika
2004 Ohne dich
2005 Keine Lust
2005 Benzin
2005 Rosenrot
2006 Mann gegen Mann

Videos
Die Aufnahmen zu Live aus Berlin wurden am 22. und 23. August 1998 während eines Konzertes – jeweils vor mehr als 17.000 Zuschauern – auf der Parkbühne im Berliner Volkspark Wuhlheide produziert. Um nicht nur die Musik, sondern auch die Atmosphäre der pyrotechnisch geprägten Bühnenshow zu transportieren, erschienen neben der Album-CD auch Videoaufnahmen aus sechs verschiedenen Kameraperspektiven auf DVD und VHS-Kassette.
Im Gegensatz dazu ist Lichtspielhaus keine reine Liveproduktion. Es werden vielmehr alle bis dato erschienenen Musikvideos der Band, Aufnahmen verschiedener Konzerte und Making-of-Abschnitte zusammengestellt.
Neben den hier nicht aufgeführten und nur außerhalb Deutschlands vertriebenen DVD-Audio-Fassungen verschiedener Singles veröffentlichten Rammstein zu der Limited Edition vom jüngsten Album Rosenrot noch eine weitere DVD. Sie enthält Videoaufzeichnungen zu drei Auftritten der Reise,-Reise-Tour, welche einen Teil der am 17. November 2006 erschienenen Live-DVD Völkerball ausmachen.

1999 Live aus Berlin VHS
1999 Live aus Berlin unzensiert VHS
1999 Live aus Berlin DVD
2003 Lichtspielhaus DVD
2005 Rosenrot (Limited Edition) DVD
2006 Völkerball DVD

Sonstige Veröffentlichungen
Neben den aufgeführten Liedern, die auf Alben oder als Single veröffentlicht wurden, existieren noch weitere, weniger bekannte Titel von oder mit Beteiligung von Rammstein. Diese sind entweder als B-Seite auf Single-CDs oder in anderer Form veröffentlicht worden.
Hallo Hallo – Dieses Lied existiert lediglich als Demo. Das alte Leid (Album Herzeleid, 1994) basiert auf diesem Titel.
Schwarzes Glas – Dieses Lied existiert lediglich als Demo. Der Produzent Jacob Hellner war seinerzeit der Auffassung, dass dieser Titel keinen richtigen Refrain habe. Daher wurde er nicht offiziell auf einem Album bzw. als Single veröffentlicht. Das Lied Der Meister (Album Herzeleid, 1994) basiert auf diesem Titel.
Jeder lacht – gespielt auf Konzerten im Jahr 1994. Dieses Lied existiert lediglich als Demo (1994).
Das wilde Tier – wie Jeder lacht ein nur selten live gespieltes Lied. Auch dieses Lied ist eine unveröffentlichte Demo (1994).
Pesnja o trewoschnoi molodosti – Feeling B-Cover (1989), ursprünglich sowjetisches Lied von Oschanin/Pachmutowa (1958)
Wilder Wein – Erschienen auf der Single Engel Fan Edition (23. Mai 1997) und in einer Live-Version auf dem Album Live aus Berlin (31. August 1999).
Feuerräder – Erschienen auf der Single Engel Fan Edition (23. Mai 1997).
Kokain – Erschienen auf der Single Das Modell (23. November 1997).
Wut will nicht sterben – wurde von den Puhdys mit Unterstützung von Till Lindemann gespielt. In der endgültigen Verkaufsfassung wurde jedoch Till Lindemanns Stimme durch eine andere ersetzt. Grund hierfür waren vertragsrechtliche Bestimmungen zwischen Rammstein und ihrer Plattenfirma (1999).
Halleluja – Erschienen auf der Single Links 2 3 4 (14. Mai 2001).
Hallelujah – Erschienen auf dem Album Mutter (Japan) als Hidden-Track zwei Minuten nach Nebel (2001).
Pet Sematary – Ramones-Cover, erschienen auf der Single Ich will (10. September 2001).
5/4 – Erschienen auf der Single Mutter (Intro der Mutter-Tour) (25. März 2002).
Schtiel – von Till Lindemann und Richard Kruspe anlässlich des 100-jährigen Jubiläums von Harley-Davidson gecovertes Lied der Band Aria. Die Auflage betrug nur etwa 400 Stück (30. August 2003).
Helden – David-Bowie-Cover, erschien auf dem Album Worlds Collide von Apocalyptica, mit Till Lindemann als Sänger und Richard Z. Kruspe als Gitarrist (14. September 2007).

Auszeichnungen
Deutschland: Doppel-Platin-Schallplatte für Sehnsucht, Live aus Berlin (DVD), Mutter, Lichtspielhaus, Reise, Reise; Rosenrot und Völkerball (DVD); Platin-Schallplatte für Herzeleid und Völkerball; Goldene Schallplatte für Engel und Live aus Berlin.
USA: Platin-Schallplatte für Sehnsucht, Goldene Schallplatte für Live aus Berlin(DVD).
Russland: Goldene Schallplatte für Mutter.
Tschechien: Platin-Schallplatte für Rosenrot.
Dänemark: Goldene Schallplatte für Herzeleid, Doppel-Platin-Schallplatte für Sehnsucht, Platin-Schallplatte für Live aus Berlin (DVD), Mutter, Reise, Reise und Rosenrot.
Finnland: Goldene Schallplatte für Rosenrot.
Echo in den Kategorien „Bestes Video“ für Engel (1998), „Marketing“ (1998), „Erfolgreichste nationale Künstler im Ausland“ (1999), „Best New Metal Act National“ (2002), „New Rock/Metal/Alternative“ als „Künstler/Künstlerin/Gruppe des Jahres national/international“ (2005), „Best Live Act national“ (2005) und „Rock/Alternative National“ (2006)
Comet in den Kategorien „Beste Live Band“ (1998) und „Bestes Video“ für Keine Lust (2005)
Hard Rock Award in den Kategorien „Best Rock Act“ (2002), „Best Album“ für Reise, Reise (2004), „Best Song“ für Mein Teil (2004) und „Best Video“ für Mein Teil (2004)
Kerrang! Award in den Kategorien „Best Live Act International“ (2002) und „Best International Concert“ (2002)
World Music Award in der Kategorie „Best Selling Artists Around The World – Germany“ (2005)
MTV Europe Music Award in der Kategorie „Best German Act“ (2005)
Eins Live Krone in der Kategorie „Bester Liveact“ (2005)
World Sales Award für über zehn Millionen verkaufte Tonträger (2005)
Rock Mag / Le Mouv' in den Kategorien „International solo artist or group“ (2006), „Album international“ für Rosenrot (2006) „Titre international“ für Mann gegen Mann (2006), „Le Clip international“ für Benzin (2006) „Le concert“ für Rammstein (Arènes de Nîmes) (2006) und „Chanteur international“ für Till Lindemann (2006)
Rock Pics in den Kategorien „International solo artist or group“ (2006), „Gig of the year“ für ihr Konzert in Nimes (2006) „International singer“ für Till Lindemann (2006) „Bassist of the year“ für Oliver Riedel (2006) „Keyboards of the year“ für Flake Lorenz (2006) und „Drummer of the year“ für Christoph Schneider (2006)
Emma in der Kategorie „Best Foreign Artist“ (2005)
Edison Award in der Kategorie „Best Alternative Album“ für Rosenrot (2006)
DVD Champion in der Kategorie Musik für ihr Album Völkerball
Insgesamt haben Rammstein nach eigenen Angaben bereits mehr als 300 Preise gewonnen.

Sonstiges
Vater der zweiten Tochter von Till Lindemanns Ex-Frau ist sein Bandkollege Richard Kruspe. Till Lindemann und seine Frau waren zum Zeitpunkt dieser Affäre bereits geschieden. Die Tochter ist im Video zur Single Engel (Lichtspielhaus) sowie auf der VHS beziehungsweise DVD Live aus Berlin beim Song Tier zu sehen. Des Weiteren ist sie im Video Rosenrot zu sehen und im Lied Spieluhr (Mutter) singt sie den Refrain.
Einzig zur Single Das Modell (1997) erschien kein Video, obwohl eines produziert wurde. Aufgrund von moralischen Bedenken in Zusammenhang mit dem Tod von Lady Diana wurde es nie veröffentlicht. Zu dem Lied Rammstein erschien ein Video, jedoch keine Single.
Das Plattenlabel Universal beauftragte Rapper Bushido, einen Remix zum Lied Amerika beizusteuern. Der Band gefiel jenes so gut, dass es schließlich auch auf der gleichnamigen Single zu finden war.
Daron Malakian von der Band System of a Down half Rammstein während der „Pledge of Alliance Tour“ durch die USA im Jahre 2001 für zwei Konzerte aus, da Gitarrist Paul Landers wegen eines Krankheitsfalls in der Familie zwischenzeitlich zurück nach Deutschland musste. Rammstein brachen die Tour danach komplett ab.
Im Jahre 2004 erhielten die Dresdner Sinfoniker unter Leitung von Torsten Rasch den Klassik-Echo für ihren Liederzyklus Mein Herz brennt, in dem sie Texte von Rammstein verwendeten. Produziert wurde das Projekt von Sven Helbig, der seitdem auch an den folgenden Alben als Produzent mitwirkte.
Es gibt einen Asteroiden, der den Namen „110393 Rammstein“ trägt. Dieser wurde von dem Astronomen Jean-Claude Merlin am 11. Oktober 2001 in der Nähe des Ortes Le Creusot entdeckt und nach der Band benannt, da Rammstein „auf der ganzen Welt spektakuläre Live-Shows spielen“. Das Minor Planet Center (MPC), welches für die Benennung von kleinen Körpern im Sonnensystem verantwortlich ist, gab die Namensgebung am 19. Februar 2006 offiziell bekannt.
Rammstein hatte im Film "xXx - Triple X" (erschien 2002) am Anfang einen Auftritt mit ihrem Song "Feuer frei!", der zugleich der Titelsong des Films ist.

Literatur
Barry Graves, Siegfried Schmidt-Joos, Bernward Halbscheffel: Das neue Rock-Lexikon. Bd 1. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1998.
Barry Graves, Siegfried Schmidt-Joos, Bernward Halbscheffel: Das neue Rock-Lexikon. Bd 2. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1998.
Rammstein: Rammstein – Liederbuch. Hal Leonard Corporation, London 1999.
Martina Lüke: Modern Classics: Reflections on Rammstein in the German Class. In: Die Unterrichtspraxis/Teaching German 41:1 (Spring 2008): 15–23.
Wolf-Rüdiger Mühlmann: Letzte Ausfahrt – Germania. Ein Phänomen namens neue deutsche Härte. I.P. Verlag, Berlin 1999
Gert Hof: Rammstein. Die Gestalten Verlag, Berlin 2001
Matthias Matthies: Rammstein – Deutschlandtour 2001. Berlin 2002.
Andreas Speit: Ästhetische Mobilmachung – Dark Wave, Neofolk und Industrial im Spannungsfeld rechter Ideologien., Unrast 2001.
Michele Bettendorf: Ursprung Punkszene. Oder Rammstein hätte es im Westen nie gegeben. Books on Demand GmbH, 2002.
Till Lindemann und Gert Hof: Messer. Eichborn, Frankfurt M 2002.
Ronald Galenza, Heinz Havemeister: Mix mir einen Drink. – Feeling B. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002.
Michael Fuchs-Gamböck und Thorsten Schatz: Spiel mit dem Feuer – Das inoffizielle Rammstein-Buch. Heel, Königswinter 2006.
Frédéric Batier: Rammstein – Völkerball. 2006.


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LoFi Version Aktuelles Datum: 25.09.2022, 18:15