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| THC-Soundlord |
22.12.2009, 16:09
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Lee "Scratch" Perry
Lee „Scratch“ Perry (eigentlich Rainford Hugh Perry) (* 20./23. März 1936 in Kendal, Gemeinde Hanover, NW-Jamaika) ist Musikproduzent und eine der einflussreichsten Persönlichkeiten in der Entwicklung des Reggae, Ska und vor allem des Dub in Jamaika. Bekannt geworden ist er vor allem durch seine exzentrische Art sowie durch seinen äußerst gewagten Umgang mit Effekten und Mischpult. Lloyd Bradley schrieb über ihn: „Lee „Scratch“ Perry ist der Salvador Dalí des Dub.“ Leben Lee Perry ist der Sohn einer Farmarbeiterin und eines Straßenarbeiters. Mit 15 verließ er die Schule und bestritt seinen Lebensunterhalt mit Dominospiel, als Tänzer und als Hilfsarbeiter in Negril und Westmoreland, bis er 1959 mit dem Ziel, in der Musikbranche zu arbeiten, nach Kingston ging. Hier begann er als Talent-Scout im Studio von Clement „Coxsone“ Dodd. Unter anderem brachte er dort die Maytals voran und schrieb Songs für Delroy Wilson. Er produzierte auch selbst, unter anderem das Stück „Chicken Scratch“, dem er seinen Beinamen verdankt. Ab 1967 arbeitete Perry mit Produzenten wie Prince Buster oder auch Clancy Eccles und begann eine Kooperation mit Joe Gibbs. Hier nahm er seine ersten Upsetter Produktionen auf. Die Arbeit mit Gibbs sorgte zusehends für Missstimmung, und Perry wurde klar, dass er eigene Wege gehen musste. Im Jahre 1968 gründete er das Label Upsetter Records. Mit im Studio waren Lynford „Andy Capp“ Anderson, dessen Cousin Barry Lambert und ein Praktikant - die Upsetters. Die erste Produktion „Place In The Sun“ deckte gerade die Kosten, die zweite Aufnahme „People Funny Boy“ war jedoch bereits ein Erfolg. Der Reggae-Rhythmus war beschleunigt und mit afrikanischen Rhythmen angereichert. Dem ganzen folgten Orgelklänge, die zeitgenössischen Italo-Western und Spionage-Filmen entlehnt waren. Der Erfolg der Single sorgte für großes Aufsehen unter den Musikern Kingstons, und viele suchten fortan Perry auf, um mit ihm zu arbeiten. Unter ihnen auch Aston „Family Man“ Barrett, den er mit den Wailers zusammenbrachte, nachdem Bob Marley gerade von einer Reise in die USA zurückgekehrt war. Mit den Wailers produzierte Perry die Titel „My Cup“, „Duppy Conqueror“, „Keep On Moving“, „Mr.Brown“ und „Small Axe“. Im Jahre 1972 endete die Zusammenarbeit, Bob Marley blieb jedoch in Kontakt mit Perry. Später nahm Marley Songs aus der Zeit mit Lee Perry noch einmal auf, so entstanden zum Beispiel 1978 „Kaya“ und „Sun Is Shining“. Es wurden Singles mit Dave Barker, Carl Dawkins sowie den Silvertones und vor allem Junior Byles, mit dem er große Erfolge erzielte, aufgenommen. Die sog. Ex-Perry-Ments wurden immer gewagter, erste Versuche mit der Kompilation von Deejays wurden unternommen, womit Perry seiner Zeit weit voraus war. Viele kreative Abenteuer und die Freundschaft mit King Tubby nahmen ihren Lauf. Perry missfiel es immer mehr, bei seinen Produktionen auf fremde Aufnahmestudios angewiesen zu sein, daher baute er ab dem Jahr 1973 sein berühmtes Black Ark Studio auf. Es lag in Kingstons Stadtteil Washington Gardens, im Hof seines Hauses in der Cardiff Crescent, wo er mit seiner damaligen Frau Pauline „Isha“ Morrison und deren drei Kindern lebte. Bis zum Jahre 1974 hatte Perry 12.000 jamaikanische Pfund in eine visuell eher unauffällige Studioausrüstung investiert, deren wahrer Wert nach Zeitzeugenaussagen nur zu hören war. Sie bestand aus einem Teac Vierspur-Aufnahmegerät, einem Soundcraft-Mischpult mit Exoplex-Verzerrern und einer Auswahl kleinerer Geräte. Der Sound unterschied sich in jeder Hinsicht radikal von allen anderen seiner Zeit. Perry behauptete, dass er selbst tatsächlich nur vier Spuren aufnehme, „zwanzig weitere habe ich von der außerirdischen Truppe empfangen(...)“ - „It was only four tracks written on the machine, but I was picking up twenty from the extraterrestral squad (...)“. Das Black Ark Studio wurde zu einem kreativen Zentrum der lokalen Musikszene, wo fast alle bekannt gewordenen Musiker Jamaikas häufig anzutreffen waren. 1974 produzierte er mit Leo Graham den Hit „Black Candle“ und 1975 mit den Mighty Diamonds die Ballade „Talk about it“. Bunny Ruggs (auch bekannt als Bunny Scott/Clarke) von Third World verwirklichte in der Ark mehrere Soloaufnahmen. Perry mischte Vocals von U-Roy, I-Roy, Prince Jazzbo oder Dillinger mit Trompetensoli von Vin Gordon und Melodicaklängen von Augustus Pablo. Er destillierte ständig neue Sounds aus seinem beständig wachsenden Fundus an Mitschnitten. Zu jedem spontanen Einfall hatte er meistens schon eine passende Tonspur zur Hand; so gelang es ihm angeblich, zusammen mit Max Romeo Songs wie „Chase the devil“ (der später von The Prodigy im Breakbeatstück „Out of Space“ verwertet wurde) in nur zwanzig Minuten aufzunehmen. Von 1976 bis 1978 veröffentlichte Island-Records international verschiedene Perry-Alben: „Colombia Colly“ mit Jah Lion oder „War Inna Babylon“ mit Max Romeo und den Upsetters. 1976 wurde im Black Ark das Album „Partytime“ von den Heptones aufgenommen und die Eigenproduktion „Super Ape“. Im gleichen Jahr gelang Junior Murvins Hit „Police and Thieves“. Perry begann Alben unter einer unüberschaubaren Vielzahl von Namen und Labels zu produzieren. Dank seiner Mitschnitte konnte er modular Dubs mit veränderten Gesangs- oder Instrumentalspuren publizieren und sein Material so vielfach verwenden und lokal weiter auf eigene Rechnung verkaufen. Das führte zu einem baldigen Zerwürfnis mit Island-Records. Perry beklagte sich allerdings später in Interviews auch über seiner Meinung nach mangelnde Bezahlung und darüber, dass er sich durch Island-Records ausgenutzt fühle. Die Situation im Black Ark Studio wurde immer angespannter, wie die Upsetters-Produktion „City Too Hot“ in ihrem Text andeutet. 1979 ging das Studio in Flammen auf. Lee Perry war wegen Verdachtes auf Brandstiftung drei Tage lang in Untersuchungshaft, letztendlich wurden die tatsächlichen Ursachen nie aufgeklärt. Perry ging zunächst in die USA und arbeitete dort mit den Reggaebands Terrorists und Majestics. 1983 begann seine Zusammenarbeit mit Mad Professor und Adrian Sherwood. Es gab eine Zusammenarbeit mit Lloyd „Bullwackie“ Barnes aus New Jersey und Perry realisierte mit Coxsone Dodd verschiedene Rekompilationen früher Produktionen. 1989 heiratete er in der Schweiz die Musikerin Ms. Mireille Campbell in einer Krishna Zeremonie, das Paar hat zwei Kinder. Sie leben heute in Einsiedeln in der Schweiz und im Dorf ist er als „verrückter Paradiesvogel“ bekannt, der seine ausgefallene Kleidung gerne mit CDs schmückt. Lee Perrys Kreativität ist bis zum heutigen Tage ungebrochen. Jährlich produziert er mindestens ein eigenes Album und tritt weiterhin regelmäßig auf. Seine Gesangsbeiträge sind oft frei improvisiert und spiegeln Perrys ureigenen Sinn für Humor und seine Schaffensfreude. Durch seine Arbeit wurden viele spätere Künstler inspiriert, von Yello über die Red Hot Chili Peppers bis hin zu The Prodigy. Diskografie durch die Vielzahl der (Mit-)Produktionen und (Mit-)Arbeiten kann keine wirklich vollzählige Aufzählung gemacht werden; es wurden zumindest die Wichtigsten Ausgaben genannt. Frühe Produktionen 1958 - Little Perry 1963 - Chicken Scratch Perry 1967 - Mr. Music Perry 1969 - The Upsetter 1969 - The Return of Django 1970 - Eastwood Rides Again 1971 - Africa's Blood 1971 - The Best Of The Upsetter Years 1970-1971 1973 - Blackboard Jungle Dub 1973 - Cloak and Dagger 1973 - Jungle Lion 1976 - Blood Vapour Black Ark Studio - eigene Produktionen 1974 - Double Seven 1974 - Shocks Of Mighty 1969-74 1974 - Skanking with the Upsetter - Rare Dubs 1971 - 1974 1975 - Kung Fu Meets the Dragon, auch bekannt als Heart of the Dragon 1975 - Revolution Dub 1975 - Musical Bones 1975 - Return of Wax 1975 - Excaliburman 1976 - Super Ape 1978 - Return of the Super Ape 1978 - Roast Fish Collie Weed and Corn Bread 1979 - Scratch On the Wire Weitere Produktionen 1980 - The Return of Pipecock Jackxon 1981 - Smokin 1982 - Mistic Miracle Star 1984 - DUB-NET Philosophy 1984 - History, Mystery, Prophecy 1986 - Battle Of Armagideon (Millionaire Liquidator) 1987 - Time Boom X - De Devil Dead mit Dub Syndicate 1988 - Satan Kicked The Bucket 1989 - Chicken Scratch 1989 - Version Like Rain 1990 - Dub Messenger 1990 - From The Secret Laboratory 1990 - Message From Yard 1990 - Satan's Dub mit Bullwackie 1991 - Lord God Muzik 1991 - Soundzs From The Hotline 1992 - The Upsetter and The Beat 1992 - Hare Krishna Perry 1994 - Spiritual Healing 1995 - Scratch The Upsetters Again 1995 - Super Ape Inna Jungle 1996 - Dub Take The Voodoo Out Of Reggae mit Mad Professor 1996 - Who Put The Voodoo ′Pon Reggae mit Mad Professor 1996 - Voodooism 1995 - Black Ark Experryments mit Mad Professor 1995 - Experryments at the Grass Roots of Dub mit Mad Professor 1997 - Megawatt Dub mit King Tubby 1997 - Live At Maritime Hall mit Mad Professor 1997 - Mystic Warrior mit Mad Professor 1997 - Mystic Warrior Dub mit Mad Professor 1997 - Technomajikal mit Dieter Meier von Yello 1998 - Dub Fire mit Mad Professor 1998 - Fire In Dub mit Mad Professor 1998 - Techno Party! mit Mad Professor 1998 - Produced And Directed By The Upsetter 2000 - On the Wire 2000 - LSP meets Scientist at Black Ark Studio 2001 - Station Underground Report 2001 - Divine Madness Definitely! 2002 - Jamaican ET 2003 - Earthman Skanking 2003 - Alien Starman 2004 - Encore 2004 - Panic in Babylon mit White Belly Rats 2006 - Alive, more than ever mit White Belly Rats 2007 - The End of an American Dream 2008 - Repentance 2008 - Scratch Came, Scratch Saw, Scratch Conquered 2009 - Return from Planet Dub mit Dubblestandart Kompilationen 1963/1966 - Chicken Scratch (Produzent: Coxsone Dodd) 1989 - Open The Gate 1991 - Black Ark In Dub 1994 - People Funny Boy 1994 - Upsetter Collection 1995 - Upsetters A Go Go 1996 - Introducing Lee Perry 1996 - Words Of My Mouth (The Producer Series) 1997 - Arkology 1997 - The Upsetter Shop Vol.1: Upsetter In Dub 1998 - Dry Acid 1998 - Black Arkives 1999 - Lost Treasures of The Ark 1999 - Upsetter Shop Vol.2: 1969-1973 1999 - Chapter 2 of Words Vol.2 (The Producer Series) 2000 - Chapter 3 - Live As One (The Producer Series) 2000 - Son of Thunder 2001 - Scratch Walking 2004 - Dub Triptych 2005 - I Am The Upsetter - The Story Of Lee 'Scratch' Perry - The Golden Years 2007 - The Upsetter Selection - A Lee Perry Jukebox Verschiedene Cutting Razor Rare Cuts From The Black Ark Presenting Dub Guitar Boogie Dub (bogus, it is the album „Carl Harvey meets the Dub Masters Bunny Lee & Prince Jammy - Ecstasy of Mankind“) News Flash In Dub Confrontation with King Tubby Happy Birthday -------------------- "Music was my first love-and will be my last !"
So keep Peace, Love yourself and others and let music rule the world !" |
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| LoFi Version | Aktuelles Datum: 08.09.2010, 20:37 |